Projekt „Dormagen tut etwas für Insekten“ zeigt erste Ergebnisse

Foto Im vorigen Jahr wurde die Stadtverwaltung auf Antrag der SPD-Fraktion beauftragt ein Konzept zum Insektenschutz „Dormagen tut etwas für Insekten“ zu entwickeln. Dazu wurde ein Arbeitskreis ins Leben gerufen, in dem neben den Fraktionen und der Verwaltung auch die Naturschutzverbände und die Biologische Station an einen Tisch geholt wurden. Jetzt wurden erste Ergebnisse vorgelegt.

Dazu Carsten Müller, Vorsitzender des Planungs- und Umweltausschusses, der für die SPD im Arbeitskreis mitgearbeitet hat: „ Es hat sich gezeigt, dass es seit letztem Jahr bereits bei der Landwirtschaft intensive Bemühungen gibt, mit der Anlage von Blühstreifen und Wildblumenwiesen den Insektenreichtum zu fördern. Auch die Technischen Betriebe Dormagen (TBD) haben Wildblumenflächen angelegt. Damit bringt sich auch die Stadt mit seinen möglichen Flächen in das Projekt ein. Und natürlich achten auch viele Bürgerinnen und Bürger darauf, Insekten in ihren Gärten Nahrung und Unterschlupf zu bieten.“

Als eine weitere Maßnahme ist geplant und wird in Teilen sogar schon umgesetzt, dass einige städtische Grünflächen nur noch abschnittsweise gemäht werden, damit immer auf einer Restfläche Wiesenpflanzen für die Insekten stehen bleiben. Carsten Müller appelliert an das Verständnis von Bürgerinnen und Bürgern: „Natürlich kann so eine Fläche nicht so ordentlich aussehen wie eine glatt abgemähte Fläche. Und die Verwaltung erhält dann Mails und Anrufe von erbosten Anwohnern, die sich beschweren, warum das „Unkraut“ nicht entfernt wird. Wir müssen uns aber an den Gedanken gewöhnen, dass die Wildkräuter für viele vom Aussterben bedrohte Insektenarten eine Nahrungsquelle bieten, die selbst Gartenblumen nicht immer bieten können, erst recht nicht ein kurz gemähter Rasen. Hier muss die Verwaltung noch viel Aufklärungsarbeit leisten.“

Als weitere Maßnahme schlägt das Umweltteam der Stadt ein Verbot von Pflanzenschutz- und Düngemitteln auf städtischen Grünflächen vor. Hierfür fehlt aber noch ein politischer Beschluss. Sonja Kockartz-Müller, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, sieht das positiv: „Ich hoffe auf einen breiten Konsens bei den anderen Fraktionen, dann könnten wir einen solchen Beschluss schon im nächsten Planungs- und Umweltausschuss fassen.“ Kockartz-Müller macht zudem auch deutlich, dass ihr die Unterstützung von Schulen und Kindergärten bei Umweltschutz-Projekten am Herzen liegt: „Leider hat die Verwaltung dafür momentan keine personellen Kapazitäten frei. Umweltbildung in Schulen und Kitas ist aber wichtig, da Kinder die Welt von morgen gestalten werden und auch wichtige Multiplikatoren sind. Hier müssen wir eine Lösung finden!“

Insgesamt sieht die SPD die Verwaltung auf einem guten Weg. „Mit unseren Anträgen „Masterplan Grün“ und „Dormagen tut was für Insekten“ sowie der neuesten Initiative gegen Steingärten haben wir auch in der Verwaltung ein Umdenken angestoßen, dass dazu führen wird, dass Dormagen insgesamt grüner und ökologisch wertvoller wird“, findet Andreas Behncke, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Fotoquelle: Bärbel Suling

(02.07.2019 - Fraktion)

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